Nach einer langen Rally landet der Ball knapp an der Linie, du greifst zum Volley – und plötzlich heißt es: „Fault!“ Gerade am Anfang sorgt das für Diskussionen. Die Suchfrage „wann ist pickleball fault“ ist deshalb absolut berechtigt: Ein Fault ist ein Regelverstoß, durch den der Ballwechsel sofort endet. Wer den Fehler macht, verliert die Rally.
Im Pickleball geht es dabei nicht nur um Bälle im Aus. Auch der Aufschlag, die Kitchen und die vorgeschriebene Reihenfolge der Schläge können einen Fault auslösen. Mit ein paar klaren Bildern im Kopf erkennst du die häufigsten Fehler schnell – und spielst deutlich sicherer.
Wann ist Pickleball Fault? Die Grundregel
Ein Fault liegt vor, wenn ein Spieler oder ein Team gegen eine Spielregel verstößt. Meist passiert das, weil der Ball ins Netz oder ins Aus geht. Es kann aber ebenso ein Fehler sein, den Ball zu früh aus der Luft zu spielen oder beim Volley in die Kitchen zu treten.
Entscheidend ist: Der Ballwechsel endet in dem Moment, in dem der Fault passiert. Macht das aufschlagende Team den Fehler, verliert es je nach Spielstand den Aufschlag an den Partner oder an die Gegenseite. Macht das rückschlagende Team den Fehler, gewinnt im klassischen Punktesystem das aufschlagende Team einen Punkt.
Bei lockeren Runden wird nicht jede Regel so streng ausgelegt wie im Turnier. Trotzdem lohnt es sich, die Grundlagen sauber zu lernen. Das verhindert Diskussionen und macht die Spiele fairer – besonders dann, wenn die Ballwechsel schneller werden.
Fault beim Aufschlag: Hier passieren die meisten Anfängerfehler
Der Aufschlag eröffnet jeden Punkt und folgt im Pickleball klaren Regeln. Er wird diagonal in das gegenüberliegende Aufschlagfeld gespielt. Der Ball muss dabei über das Netz und hinter die Kitchen-Linie gelangen. Landet der Aufschlag in der Kitchen oder berührt deren Linie, ist es ein Fault.
Auch ein Ball ins Netz, außerhalb des diagonal gegenüberliegenden Feldes oder hinter der falschen Seitenlinie zählt als Aufschlagfehler. Die Begrenzungslinien des korrekten Aufschlagfelds gehören grundsätzlich zum Feld. Eine wichtige Ausnahme bleibt die Kitchen-Linie: Beim Aufschlag ist sie nicht gut, weil die Non-Volley-Zone nicht Teil des gültigen Aufschlagfelds ist.
Die richtige Aufschlagbewegung
Beim klassischen Volley-Aufschlag muss der Ball unterhalb der Hüfte getroffen werden, genauer gesagt unterhalb der Höhe des Bauchnabels. Der Schlägerkopf darf beim Treffpunkt nicht höher als das Handgelenk sein, und die Bewegung muss von unten nach oben erfolgen. Ein harter Tennisaufschlag über Kopf ist im Pickleball also nicht erlaubt.
Außerdem müssen beim Ballkontakt beide Füße hinter der Grundlinie bleiben. Du darfst weder die Grundlinie noch das Spielfeld berühren. Auch weit außerhalb der gedachten Verlängerung einer Seitenlinie zu stehen, ist nicht zulässig. Ein Fußfehler beim Aufschlag führt direkt zum Fault.
Neben dem Volley-Aufschlag ist der Drop Serve erlaubt. Dabei lässt du den Ball fallen und schlägst ihn erst nach dem Bodenkontakt. Die Vorgaben zur Unterhandbewegung gelten dafür nicht in gleicher Form. Trotzdem bleiben die Regeln zu Standposition, Diagonale und Kitchen unverändert.
Ein häufiger Irrtum: Berührt ein Aufschlag das Netz und landet anschließend korrekt im gegnerischen Aufschlagfeld, wird weitergespielt. Es gibt im Pickleball keinen Wiederholungsaufschlag nur wegen einer Netzberührung.
Aus, Netz und Doppelsprung: Die einfachen Rally-Faults
Während der Rally gelten die Linien anders als beim Aufschlag. Trifft der Ball eine Außenlinie, ist er in. Das gilt für Grundlinie, Seitenlinie und die Kitchen-Linie, sofern es kein Aufschlag ist. Ein Ball ist erst aus, wenn er vollständig neben der Linie aufkommt.
Geht dein Schlag ins Netz und fällt auf deiner Seite herunter, ist die Sache klar: Fault. Springt der Ball auf deiner eigenen Hälfte zweimal auf, bevor du ihn zurückspielst, verlierst du den Ballwechsel ebenfalls. Der Ball darf pro Seite nur einmal aufspringen.
Auch ein Ball, der gegen die Decke, eine Wand, einen Pfosten oder ein anderes festes Hindernis außerhalb des Spielfelds fliegt, ist in der Regel aus. Bei Hallenplätzen können Betreiber eigene Sonderregeln vereinbaren. Klärt das vor dem Spiel kurz ab, statt mitten in einem engen Satz darüber zu verhandeln.
Ein Doppeltreffer mit dem Schläger ist dagegen nicht automatisch ein Fault. Berührt der Ball den Schläger bei einer einzigen, durchgehenden Vorwärtsbewegung zweimal unbeabsichtigt, darf der Ballwechsel weiterlaufen. Absichtlich zweimal nachzuschlagen oder den Ball sichtbar zu führen, ist natürlich nicht erlaubt.
Die Double-Bounce-Regel: Erst zweimal Boden, dann Volley
Eine der Regeln, die Pickleball so taktisch machen, ist die Double-Bounce-Regel. Nach dem Aufschlag muss der Rückschlag zuerst auf dem Boden aufspringen. Anschließend muss auch der nächste Ball des aufschlagenden Teams aufspringen. Erst danach darf eine Seite den Ball aus der Luft spielen.
Praktisch heißt das: Team A schlägt auf, Team B lässt den Ball aufspringen und returniert. Team A muss diesen Return ebenfalls aufspringen lassen. Volleyst du als aufschlagendes Team den Rückschlag direkt, ist das ein Fault. Gleiches gilt, wenn der Rückschläger den Aufschlag vor dem Bodenkontakt nimmt.
Die Regel verhindert, dass ein Team sofort ans Netz stürmt und den Punkt mit einem frühen Volley dominiert. Für Einsteiger ist sie leicht zu merken: Aufschlag, Return, nächster Schlag – diese ersten beiden Bälle müssen jeweils den Boden berühren.
Kitchen-Fault: Warum Volleys am Netz so heikel sind
Die Kitchen, offiziell Non-Volley-Zone, ist der Bereich direkt vor dem Netz. Sie reicht auf beiden Seiten sieben Fuß, also rund 2,13 Meter, in das Feld hinein. In dieser Zone darfst du den Ball durchaus spielen – aber nicht als Volley.
Ein Volley bedeutet, dass du den Ball aus der Luft triffst, bevor er auf deiner Seite aufspringt. Stehst du dabei mit einem Fuß in der Kitchen, auf der Kitchen-Linie oder berührt dein Schläger, deine Kleidung oder ein anderer Gegenstand die Zone, ist es ein Fault. Die Linie gehört zur Kitchen.
Besonders wichtig ist der Schwung nach vorn. Du darfst den Volley knapp außerhalb der Kitchen schlagen, aber dein Momentum darf dich danach nicht in die Zone tragen. Wenn du nach dem Schlag in die Kitchen trittst, weil du deinen Lauf nicht kontrollieren kannst, zählt das ebenfalls als Fehler – selbst wenn der Ball längst auf der anderen Seite gelandet ist.
Was in der Kitchen erlaubt ist
Du darfst in der Kitchen stehen, solange du keinen Volley spielst. Ein kurzer Ball darf also erst aufspringen, bevor du ihn direkt vor dem Netz zurücklegst. Genau dort entstehen viele der typischen Dink-Duelle: kontrollierte, weiche Schläge, bei denen beide Spieler geduldig auf einen etwas zu hohen Ball warten.
Du darfst außerdem außerhalb der Kitchen zum Volley ansetzen, solange du den Bereich nicht berührst. Ein guter Stand knapp hinter der Linie hilft enorm. Statt nach vorn zu kippen, bleibst du tief in den Knien und verlagerst dein Gewicht kontrolliert.
Falscher Spieler, falsche Seite und Störung
Im Doppel zählt nicht nur der Schlag selbst. Auch die richtige Position und Aufschlagreihenfolge spielen eine Rolle. Der Aufschlag wechselt nach jedem erzielten Punkt zwischen rechter und linker Platzseite. Beim Rückschlag muss immer der Spieler den Ball nehmen, der in diesem Moment korrekt steht. Schlägt der Partner den Return, obwohl er nicht an der Reihe ist, kann das einen Fault auslösen.
In der Freizeit passiert das oft nach längeren Unterbrechungen oder wenn der Spielstand unklar ist. Deshalb lohnt es sich, den Punktestand vor jedem Aufschlag deutlich anzusagen. So wissen alle, wer aufschlägt, wer retourniert und von welcher Seite gespielt wird.
Auch absichtliche Störungen sind nicht erlaubt. Rufst du dem Gegner beim Schlag zu, bewegst dich bewusst in dessen Sichtfeld oder wirfst einen zweiten Ball aufs Feld, kann ein Fault gegen dich ausgesprochen werden. Bei einem Ball von einem Nachbarcourt wird der Ballwechsel häufig wiederholt, wenn die Störung ohne eigenes Verschulden passiert.
So erkennst du einen Fault ohne Diskussion
Im Freizeitspiel hilft eine einfache Reihenfolge: Schau zuerst auf den Ball, dann auf die Linien und erst danach auf deine Position. War der Ball im Feld? Hat er das Netz geschafft? War es ein Volley und stand dabei jemand in der Kitchen? Mit diesen drei Fragen klärst du den Großteil aller strittigen Situationen.
Bei knappen Bällen gilt Fair Play. Kannst du nicht sicher sagen, ob der Ball aus war, wird er als gut gewertet. Gerade beim Pickleball, wo Nähe am Netz und schnelle Reaktionen dazugehören, hält diese Haltung das Spieltempo hoch und die Stimmung entspannt.
Nimm die Kitchen-Regel nicht als Bremse wahr, sondern als Chance: Wer seine Füße kontrolliert, saubere Returns spielt und geduldig auf den richtigen Ball wartet, gewinnt oft mehr Punkte als der Spieler mit dem härtesten Schlag.

