Der Aufschlag eröffnet jeden Ballwechsel im Pickleball und bietet die erste Möglichkeit, den Gegner unter Druck zu setzen. Ein guter Serve muss dabei nicht besonders hart sein. Viel wichtiger sind eine zuverlässige Technik, eine ausreichende Länge und eine gezielte Platzierung.
Wer seinen Pickleball-Aufschlag verbessern möchte, sollte zunächst die geltenden Regeln kennen. Anschließend geht es darum, eine wiederholbare Bewegung zu entwickeln und unterschiedliche Zielbereiche anzuspielen. In diesem Beitrag erfährst du, wie ein regelkonformer Aufschlag ausgeführt wird, welche Varianten es gibt und welche Fehler du vermeiden solltest.
Warum ist der Aufschlag im Pickleball so wichtig?
Ein sicherer Aufschlag bringt den Ball ins Spiel und verhindert unnötige Fehler. Ein gut platzierter Serve kann aber noch mehr: Er erschwert einen kontrollierten Return, hält den Gegner zunächst an der Grundlinie und verschafft dem aufschlagenden Team mehr Zeit, sich auf den dritten Schlag vorzubereiten.
Auch ein Ass ist im Pickleball möglich. Kann der Gegner einen regelkonformen Aufschlag nicht erreichen oder zurückspielen, gewinnt der Aufschläger den Ballwechsel. Beim klassischen Side-out-Scoring kann allerdings nur das aufschlagende Team einen Punkt erzielen.
Trotzdem sollte ein Ass nicht das wichtigste Ziel sein. Gerade bei Einsteigern führen besonders harte oder riskante Aufschläge häufig zu mehr eigenen Fehlern als zu direkten Punkten. Sicherheit, Länge und Platzierung sind deshalb zunächst wichtiger als maximale Geschwindigkeit.
Welche Aufschlagarten gibt es im Pickleball?
Im Pickleball wird zwischen zwei grundlegenden Aufschlagarten unterschieden:
- Volley Serve: Der Ball wird geschlagen, bevor er den Boden berührt.
- Drop Serve: Der Ball wird fallengelassen und erst nach dem Aufspringen geschlagen.
Für beide Varianten gelten gemeinsame Regeln. Die technischen Anforderungen an die Schlagbewegung unterscheiden sich jedoch.
Die Regeln für den Volley Serve
Beim Volley Serve wird der Ball direkt aus der Luft geschlagen. Im Moment des Ballkontakts müssen nach dem aktuellen Regelwerk folgende Voraussetzungen erfüllt sein:
- Das Paddle muss sich in einer deutlich erkennbaren Aufwärtsbewegung befinden.
- Der Ball darf nicht oberhalb der Taille getroffen werden.
- Der höchste Punkt des Paddlekopfes darf nicht oberhalb des Handgelenks liegen.
- Der Ball darf mit einer Vorhand- oder Rückhandbewegung gespielt werden.
Mit der Taille ist ungefähr die Höhe des Bauchnabels gemeint. Die häufig verwendete Aussage, der Ball müsse unterhalb der Hüfte getroffen werden, ist daher nicht präzise.
Der Ball darf beim Loslassen nicht absichtlich mit den Fingern oder dem Paddle gedreht werden. Spin, der erst beim Kontakt zwischen Paddle und Ball entsteht, ist dagegen erlaubt.
Die Regeln für den Drop Serve
Beim Drop Serve wird der Ball aus einer natürlichen, nicht künstlich erhöhten Position losgelassen. Anschließend muss er mindestens einmal auf dem Boden aufspringen, bevor er geschlagen wird.
Wichtig ist, dass der Ball tatsächlich nur fallengelassen wird. Er darf nicht nach unten geworfen, nach oben geschleudert oder in eine bestimmte Richtung beschleunigt werden. Auch ein absichtlich beim Loslassen erzeugter Spin ist nicht erlaubt.
Der Ball darf vor dem Schlag mehrfach aufspringen. Zudem ist nicht vorgeschrieben, an welcher Stelle der Spielfläche er aufkommen muss.
Für den Drop Serve gelten die besonderen Bewegungsvorgaben des Volley Serves nicht. Der Ball muss also nicht zwingend unterhalb der Taille getroffen werden. Auch die vorgeschriebene Aufwärtsbewegung und die Position des Paddlekopfes im Verhältnis zum Handgelenk gelten hier nicht.
Wo muss der Aufschlag landen?
Der Aufschlag wird diagonal in das gegenüberliegende Aufschlagfeld gespielt. Der Ball muss die Non-Volley Zone, die häufig auch als Kitchen bezeichnet wird, vollständig überqueren.
Landet der Aufschlag auf der Linie der Non-Volley Zone, ist er aus. Die Seitenlinie, die Grundlinie und die Mittellinie des richtigen Aufschlagfeldes zählen dagegen zum gültigen Aufschlagfeld.
Berührt der Ball beim Aufschlag das Netz und landet anschließend im richtigen Aufschlagfeld, wird der Ballwechsel fortgesetzt. Es gibt in diesem Fall keine Wiederholung des Aufschlags.
Grundsätzlich steht dem Spieler nur ein Aufschlagversuch zur Verfügung. Ein fehlerhafter Aufschlag führt deshalb direkt zum Verlust des Ballwechsels beziehungsweise zum Wechsel des Aufschlagrechts.
Die richtige Fußstellung beim Pickleball-Aufschlag
Während des Aufschlags muss sich der Spieler im korrekten Aufschlagbereich hinter der Grundlinie befinden. Im Moment des Ballkontakts muss mindestens ein Fuß den Boden hinter der Grundlinie berühren.
Kein Fuß darf zu diesem Zeitpunkt:
- die Grundlinie berühren,
- innerhalb des Spielfeldes stehen,
- außerhalb der gedachten Verlängerung der Seitenlinie stehen oder
- die gedachte Verlängerung der Mittellinie überschreiten.
Nach dem Ballkontakt darf der Spieler die Grundlinie übertreten und sich in Richtung Spielfeld bewegen.
So führst du einen sicheren Aufschlag aus
Eine stabile Ausgangsposition einnehmen
Stelle dich entspannt hinter die Grundlinie. Die Füße sollten etwa schulterbreit stehen. Rechtshänder können den linken Fuß leicht nach vorn setzen, Linkshänder entsprechend den rechten Fuß. Eine vollständig seitliche Stellung ist nicht erforderlich. Entscheidend ist, dass du stabil stehst und dein Gewicht kontrolliert verlagern kannst.
Ball und Paddle vorbereiten
Halte den Ball locker vor deinem Körper. Vermeide unnötige Bewegungen oder ein hektisches Hochwerfen. Je einfacher und gleichmäßiger deine Vorbereitung ist, desto leichter lässt sich der Aufschlag wiederholen.
Entscheidest du dich für einen Drop Serve, lässt du den Ball ohne zusätzlichen Impuls zu Boden fallen. Beim Volley Serve wird der Ball direkt aus der Luft getroffen.
Das Gewicht nach vorn verlagern
Zu Beginn der Bewegung kann das Gewicht etwas stärker auf dem hinteren Fuß liegen. Während des Schlages wird es kontrolliert auf den vorderen Fuß übertragen. Diese Gewichtsverlagerung erzeugt Geschwindigkeit, ohne dass du ausschließlich mit Arm oder Handgelenk schlagen musst.
Achte darauf, erst nach dem Ballkontakt in das Spielfeld zu treten. So vermeidest du einen Fußfehler.
Den Ball vor dem Körper treffen
Der Treffpunkt sollte leicht vor dem Körper liegen. Dadurch kannst du das Paddle frei beschleunigen und den Ball gezielt in das gegenüberliegende Aufschlagfeld spielen.
Beim Volley Serve führst du das Paddle in einer klaren Bewegung von unten nach oben. Der Schwung sollte locker und flüssig sein. Ein verkrampftes Handgelenk oder eine hastige Schlagbewegung erschweren die Kontrolle.
Die Bewegung ausschwingen lassen
Stoppe das Paddle nicht unmittelbar nach dem Ballkontakt. Eine natürliche Ausschwungbewegung unterstützt einen gleichmäßigen und kontrollierten Schlag. Das Paddle darf dabei in Richtung des anvisierten Zielbereichs weitergeführt werden.
Aufschlagplatzierung: Länge ist meistens wichtiger als Härte
Ein langer Aufschlag ist im Pickleball häufig besonders wirkungsvoll. Landet der Ball nahe an der gegnerischen Grundlinie, muss der Rückschläger weiter hinten bleiben. Dadurch wird es für ihn schwieriger, nach dem Return schnell bis an die Non-Volley Zone vorzurücken.
Bei der Platzierung bieten sich verschiedene Zielbereiche an:
- Auf die Rückhand: Viele Freizeitspieler können Returns über die Rückhand weniger druckvoll spielen.
- Auf den Körper: Der Gegner muss kurzfristig entscheiden, ob er mit Vorhand oder Rückhand reagiert.
- In Richtung Seitenlinie: Ein weiter Winkel kann den Gegner aus der Mitte des Spielfeldes bewegen.
- In Richtung Mittellinie: Im Doppel kann dadurch Unsicherheit entstehen, welcher Spieler den Return übernimmt.
- Tief an die Grundlinie: Diese Variante hält den Rückschläger möglichst lange im hinteren Teil des Courts.
Ein kurzer Aufschlag kann gelegentlich als Überraschung eingesetzt werden. Er birgt jedoch das Risiko, dass der Gegner den Return früh trifft und schneller an die Non-Volley Zone gelangt.
Topspin und Slice beim Pickleball-Aufschlag
Beim Loslassen des Balles darf kein absichtlicher Spin erzeugt werden. Es ist aber erlaubt, den Ball durch die Bewegung des Paddles beim Schlag in Rotation zu versetzen.
Topspin-Aufschlag
Für einen Topspin-Aufschlag wird das Paddle von unten nach oben über die Rückseite des Balles geführt. Der Ball erhält dadurch eine Vorwärtsrotation. Das kann dabei helfen, mit etwas mehr Tempo zu spielen und den Ball trotzdem sicher im Aufschlagfeld landen zu lassen.
Versuche nicht, den Spin ausschließlich mit einer starken Handgelenksbewegung zu erzeugen. Eine kontrollierte Bewegung aus Schulter und Unterarm ist in der Regel zuverlässiger.
Slice-Aufschlag
Beim Slice-Aufschlag streicht das Paddle leicht seitlich am Ball entlang. Der entstehende Seitenschnitt kann Flugrichtung und Absprung verändern. Die Wirkung ist aufgrund der Löcher im Pickleball allerdings weniger stark und weniger konstant als bei einem Tennisball.
Spin sollte zunächst nur ergänzend eingesetzt werden. Ein sicherer, langer Aufschlag ohne viel Rotation ist meistens wertvoller als ein spektakulärer Serve mit hoher Fehlerquote.
Die häufigsten Fehler beim Pickleball-Aufschlag
Der Spieler will zu viel Kraft erzeugen
Wer jeden Aufschlag besonders hart schlagen möchte, verliert häufig die Kontrolle. Reduziere zunächst das Tempo und konzentriere dich auf eine saubere Bewegung. Erhöhe die Geschwindigkeit erst, wenn du den Ball zuverlässig ins richtige Feld spielst.
Der Volley Serve wird zu hoch getroffen
Liegt der Treffpunkt oberhalb der Taille, ist der Volley Serve nicht regelkonform. Halte den Ball etwas tiefer und triff ihn kontrolliert vor dem Körper. Die vorgeschriebene Aufwärtsbewegung des Paddles muss dabei erhalten bleiben.
Das Paddle bewegt sich zu waagerecht
Beim Volley Serve muss das Paddle während des Ballkontakts deutlich aufwärts geführt werden. Eine seitliche oder nahezu waagerechte Schlagbewegung kann zu einem Aufschlagfehler führen.
Der Spieler tritt zu früh auf die Grundlinie
Eine Gewichtsverlagerung ist sinnvoll, darf aber nicht zu einem Fußfehler führen. Trainiere deshalb, den Schritt in das Spielfeld erst nach dem Ballkontakt auszuführen.
Der Aufschlag ist zu kurz
Ein kurzer Ball ermöglicht dem Gegner häufig einen offensiven Return und einen schnellen Weg zur Non-Volley Zone. Ziele höher über das Netz und weiter in Richtung Grundlinie, ohne dabei unnötig viel Kraft einzusetzen.
Der Bewegungsablauf verändert sich ständig
Wechselnde Ausgangspositionen, unterschiedliche Ballhöhen und hektische Ausholbewegungen beeinträchtigen die Konstanz. Entwickle eine feste Routine, die du vor jedem Aufschlag wiederholst.
Effektive Übungen für einen besseren Aufschlag
Zielzonen trainieren
Teile das gegenüberliegende Aufschlagfeld gedanklich in mehrere Bereiche ein. Du kannst zusätzlich Hütchen oder flache Markierungen nahe der Grundlinie, an der Seitenlinie und in Richtung Mittellinie auslegen.
Spiele jeweils zehn Aufschläge auf eine Zielzone und notiere, wie viele Bälle im gewünschten Bereich landen. So kannst du deine Fortschritte objektiv beobachten.
Serien ohne Fehler spielen
Versuche zunächst, zehn regelkonforme Aufschläge hintereinander im richtigen Feld zu platzieren. Gelingt das zuverlässig, erhöhst du das Ziel auf 20 oder 30 Aufschläge.
Erst wenn du eine hohe Trefferquote erreichst, solltest du das Tempo steigern oder zusätzlichen Spin einsetzen.
Länge statt Geschwindigkeit üben
Markiere einen etwa ein bis zwei Meter tiefen Bereich vor der gegnerischen Grundlinie. Versuche, möglichst viele Aufschläge in diesem Bereich zu platzieren. Diese Übung hilft dir dabei, den Gegner konsequent hinter der Grundlinie zu halten.
Verschiedene Platzierungen kombinieren
Spiele abwechselnd auf Rückhand, Körper und Vorhand. Die Schlagbewegung sollte dabei möglichst ähnlich aussehen. So erkennt der Gegner erst spät, in welche Richtung du aufschlägst.
Den eigenen Aufschlag filmen
Eine seitliche Videoaufnahme zeigt besonders gut, ob du den Volley Serve unterhalb der Taille triffst, das Paddle aufwärts führst und erst nach dem Ballkontakt über die Grundlinie trittst.
Was passiert nach dem Aufschlag?
Nach dem Serve gilt die Two-Bounce-Regel. Zunächst muss der Aufschlag auf der Seite des Rückschlägers aufspringen. Der anschließende Return muss ebenfalls einmal auf der Seite des aufschlagenden Teams aufspringen. Erst danach dürfen beide Teams den Ball direkt aus der Luft spielen.
Aus diesem Grund sollte der Aufschläger nicht sofort bis an die Non-Volley Zone laufen. Bleibe zunächst hinter oder nahe der Grundlinie, damit du den Return nach seinem Aufspringen kontrolliert spielen kannst.
Konstanz ist wichtiger als ein spektakulärer Serve
Ein wirkungsvoller Pickleball-Aufschlag muss nicht besonders kompliziert sein. Eine wiederholbare Bewegung, ein sicherer Treffpunkt und eine gute Länge reichen häufig aus, um den Gegner unter Druck zu setzen.
Trainiere zunächst einen zuverlässigen Grundaufschlag. Anschließend kannst du Tempo, Richtung und Spin variieren. Je besser du unterschiedliche Zielbereiche mit derselben Vorbereitung erreichst, desto schwieriger wird es für den Gegner, deinen Serve frühzeitig zu lesen.
Häufig gestellte Fragen zum Pickleball-Aufschlag
Darf man beim Pickleball ein Ass schlagen?
Ja. Ein Ass ist erlaubt. Kann der Gegner einen regelkonformen Aufschlag nicht erreichen oder zurückspielen, gewinnt der Aufschläger den Ballwechsel. Ob daraus direkt ein Punkt entsteht, hängt vom verwendeten Zählsystem ab.
Muss der Pickleball-Aufschlag unterhalb der Hüfte erfolgen?
Beim Volley Serve darf der Ball nicht oberhalb der Taille getroffen werden. Die Bezeichnung „unterhalb der Hüfte“ ist ungenau. Beim Drop Serve gilt diese Höhenbeschränkung nicht.
Darf man beim Aufschlag Spin spielen?
Der Ball darf beim Loslassen nicht absichtlich in Rotation versetzt werden. Spin, der beim eigentlichen Schlag durch den Kontakt mit dem Paddle entsteht, ist erlaubt.
Darf der Aufschlag das Netz berühren?
Ja. Berührt der Aufschlag das Netz und landet anschließend im richtigen Aufschlagfeld, wird der Ballwechsel fortgesetzt.
Wie viele Aufschlagversuche gibt es?
Grundsätzlich gibt es nur einen Aufschlagversuch. Landet der Ball im Netz, in der Non-Volley Zone oder außerhalb des richtigen Aufschlagfeldes, ist der Aufschlag verloren.
Welche Aufschlagvariante eignet sich für Anfänger?
Viele Einsteiger empfinden den Drop Serve als besonders leicht kontrollierbar, weil der Ball vor dem Schlag aufspringen darf. Andere Spieler kommen mit dem Volley Serve besser zurecht. Entscheidend ist, welche Variante sich sicher und wiederholbar ausführen lässt.
Regelstand: September 2026. Grundlage sind die offiziellen Pickleball-Regeln 2026. Da Regelwerke regelmäßig aktualisiert werden, sollten Turnierspieler zusätzlich die Vorgaben des jeweiligen Veranstalters beachten.

